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Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare (1307/J)

Anfrage

1307/J XXV. GP

Eingelangt am 23.04.2014
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

 

 

der Abgeordneten Dr. Nikolaus Scherak, Kolleginnen und Kollegen

 

an die Bundesministerin für Familien und Jugend

 

betreffend Adoptionen durch gleichgeschlechtliche Paare

 

 

Familie ist bunt und überall dort, wo Generationen füreinander Verantwortung übernehmen – ein Umstand, dem es insbesondere bei der Ausgestaltung familienpolitischer Rahmenbedingungen Rechnung zu tragen gilt. Aufgabe zeitgemäßer Familienpolitik muss es daher auch sein, jegliche Diskriminierung anderer Familienformen als der "klassischen Kernfamilie" abzubauen.

 

Die Ankündigung von Familienministerin Dr. Sophie Karmasin, die Betreuung von Pflegekindern durch gleichgeschlechtliche Paare forcieren und eine diesbezügliche Anpassung des Karenzrechts vornehmen zu wollen, ist vor diesem Hintergrund mehr als begrüßenswert. Dass gleichgeschlechtlichen Paaren jedoch zeitgleich die Fremdkind-Adoption verweigert bleiben soll, ist demgegenüber nicht nachvollziehbar.

 

Familienministerin Dr. Sophie Karmasin begründete diese Weigerung am 12. März 2014 im Rahmen einer Aktuellen Aussprache des Familienausschusses damit, dass in Österreich durchschnittlich 1.000 potentiellen Adoptiveltern nur etwa 100 Kinder gegenüberständen, aber auch mit dem Mangel an Langzeitstudien betreffend die Auswirkungen des Aufwachsens bei gleichgeschlechtlichen (Adoptiv-)Eltern (vgl. Parlamentskorrespondenz Nr.196/2014). Das letztgenannte Argument zielt jedoch ins Leere, bestehen doch bereits international anerkannte Langzeitstudien zum Thema: So begleitet etwa die USA National Longitudinal Lesbian Family Study (NLLFS) von Dr. Nanette Gartrell und Dr. Henny Bos lesbische Mütter und ihre Kinder, die in den 1980er Jahren mithilfe von Spendersamen gezeugt wurden. Die Ergebnisse dieser Forschung sind unter http://www.nllfs.org/ abrufbar.

 

Negative entwicklungspsychologische Effekte bedingt durch das Aufwachsen in Regenbogenfamilien wurden außerdem in keiner der vorliegenden Studien (vgl. auch: http://www.regenbogenfamilien.at/infos/studien/) bestätigt.

 

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher an die Bundesministerin für Familien und Jugend folgende


Anfrage:

 

1.    Sind Ihnen die genannten Studien (NLLFS, Studie des deutschen BMJ betreffend die Lebenssituation von Kindern in gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften, niederländische Studie „Civic Competence Of Dutch Children in Female Same-Sex Parent Families: A Comparison With Children of Opposite-Sex Parents“) bekannt?

 

2.    Welche Aspekte und Fragestellungen bleiben in den genannten Studien derart offen/unbeantwortet, dass sie Ihres Erachtens die Durchführung einer weiteren Langzeitstudie erfordern würden?

 

3.    Plant Ihr Ressort bis zum Ende der Legislaturperiode 2018 eine Langzeitstudie betreffend die Auswirkungen des Aufwachsens von Kindern in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften in Auftrag zu geben?

 

4.    Wenn ja: Welche Fragestellungen sollen im Rahmen dieser Studie beantwortet werden?

 

5.    Wenn ja: Welcher konkrete Zeitrahmen ist für die Durchführung dieser Studie vorgesehen und wann erhalten die Mitglieder des Nationalrates die ersten Ergebnissen dieser Studie?

 

6.    Wenn ja: Werden Sie sich für die Öffnung der Fremdkind-Adoption für gleichgeschlechtliche Paare einsetzen, sofern die Studie zum Ergebnis gelangt, dass das Aufwachsen in gleichgeschlechtlichen Partnerschaften keine negativen entwicklungspsychologischen Effekte auf Kinder hat?

 

7.    Wenn nein: Warum wird eine solche Langzeitstudie nicht in Auftrag gegeben, wenn der Mangel an wissenschaftlichen Erkenntnissen mit ein Grund für das Verwehren der Öffnung der Fremdkind-Adoption für gleichgeschlechtliche Paare ist?

 

8.    Warum spricht der laut Ihnen bestehende Mangel an Langzeitstudien betreffend die Auswirkungen des Aufwachsens in Regenbogenfamilien nur gegen die Öffnung der Fremdkind-Adoption für gleichgeschlechtliche Paare, nicht aber gegen das Forcieren der Übernahme von Pflegeelternschaft durch gleichgeschlechtliche Paare?

 

9.    Vertreten Sie die Ansicht, dass verschiedengeschlechtliche Paare a priori besser als Adoptiveltern geeignet sind als gleichgeschlechtliche Paare?

10. Wenn ja, auf Basis welcher wissenschaftlichen Erkenntnisse gelangen Sie zu dieser Auffassung?

 

11. Welche konkreten Maßnahmen wird Ihr Ressort in dieser Legislaturperiode setzen, um Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im familienpolitischen Bereich abzubauen?

 

12.  Welche konkreten Maßnahmen hat Ihr Ressort in dieser Legislaturperiode bereits gesetzt, um Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften im familienpolitischen Bereich abzubauen?

Beantwortung

23.06.2014
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