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Integration von Asylwerbenden und Asylberechtigten in Wissenschaft und Wirtschaft (8588/J)

9. März 2016

Anfrage

8588/J XXV. GP

Eingelangt am 09.03.2016
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

 

der Abgeordneten Claudia Gamon, MSc und Kollegen

an den Bundesminister für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft

betreffend Integration von Asylwerbenden und Asylberechtigten in Wissenschaft und Wirtschaft

 

Ein nicht unwesentlicher Teil der Asylwerbenden hat eine universitäre Ausbildung vorzuweisen oder hat zumindest die notwendige Ausbildung, um ein Studium beginnen zu können. Die österreichische Universitätenkonferenz (UNIKO) hat mit dem Projekt MORE auf diesen Umstand reagiert:

"MORE ist eine Einladung, um Flüchtlingen Perspektiven für ein Studium zu eröffnen. Es richtet sich an geflüchtete Menschen, die Orientierung für ein mögliches Studium und Verbesserung der Sprachkenntnisse brauchen. Sie können später eventuell ein ordentliches Studium aufnehmen oder fortsetzen."

Auch die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) engagiert sich in diesem Bereich. Prof. Anton Zeilinger, der Präsident der ÖAW dazu:

„Es ist unsere gesellschaftliche Verantwortung, sich für geflüchtete Menschen einzusetzen und ihr zukünftiges Leben in unserem Land zu erleichtern. Das bietet Chancen nicht nur für die Ankommenden, sondern auch für Österreich. Die Akademie bringt zudem ihre wissenschaftliche Expertise in den öffentlichen Diskurs ein, um damit zu evidenzbasierten politischen Entscheidungen beizutragen.“

Es sollte also Ziel sein, mit diesen frühzeitigen Integrationsbemühungen das Potential der Gutausgebildeten zu erkennen und zu fördern. Österreich sollte die Chancen begreifen und nützen, die sich für den Forschungs- und Wirtschaftsstandort damit auftun.

Aus diesem Grund stellen die unterfertigten Abgeordneten nachstehende

 


Anfrage:

 

 

1.    Liegen dem Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft erste Erfahrungsberichte zum Projekt "MORE" vor?

2.    Wenn ja, gibt es auch Daten, die einen Überblick über die Größenordnung des Projekts und Aufschluss darüber geben, wie gut die Angebote angenommen werden?

3.    Wie begegnet das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft der zu erwartenden Welle an Nostrifizierungsansuchen? Ist hier geplant, die Kapazitäten aufzustocken, um die Ansuchen zügig abarbeiten zu können?

4.    Es wird beklagt, dass Österreich für gutausgebildete Flüchtlinge nur als Durchgangsland betrachtet wird, da es vergleichsweise an Möglichkeiten und Karriereperspektiven fehlt. Gibt es seitens des Bundesministeriums konkrete Bemühungen, dem entgegenzuwirken und wenn ja, wie sehen diese aus?

5.    Die demografische Situation und damit zusammenhängend die Situation des österreichischen Sozial- und Pensionssystems macht Zuwanderung als Faktor der Systemabsicherung nach Meinung vieler Expert_innen unverzichtbar. Gerade die gutausgebildeten Zuwanderer können hier stärkere Beiträge leisten.
a) Welche Initiativen setzt das Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft für eben diese Personengruppe?
b) Gibt es gezielte Maßnahmen im Bereich der Wirtschaft analog zu "MORE" und wenn ja, welche?

6.    Die Integration in den Arbeitsmarkt wird als ein Schlüssel für eine gelungene Integration von Asylwerbern und Asylberechtigten in die österreichische Gesellschaft angesehen. Gibt es gezielte Projekte des Bundesministeriums für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft, um Betrieben die Aufnahme von Asylwerbenden unkompliziert zu ermöglichen und wenn ja, welche?

 

 

Beantwortung

bis 04.05.2016 erwartet
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