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Pensionskontomitteilungen (13295/J)

6. Juni 2017

Anfrage

13295/J XXV. GP

Eingelangt am 06.06.2017
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

Anfrage

 

der Abgeordneten Mag. Gerald Loacker, Kolleginnen und Kollegen

an den Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz

betreffend Pensionskontomitteilungen

 

Mit der Einführung des Pensionskontos war auch die erste Information der Pensionsversicherten über ihre Pensionskontoerstgutschrift. Diese Information ließ im Großteil der Fälle die Versicherten verunsichert zurück. Die auf den Konten ausgewiesenen Beträge geben nämlich keine aussagekräftigen Auskünfte über tatsächlich zu erwartende Pensionsansprüche. Eine Planbarkeit für die Versicherten wird damit verhindert.

Gerade wenn es um die finanzielle Planung und Absicherung des Ruhestandes geht sind Transparenz und ausreichende Informationen von höchster Bedeutung. Eine bessere Information über die Höhe der zu erwartenden Ansprüche kann auch dazu beitragen, dass Versicherte eigenverantwortlich und selbstbestimmt versuchen diese Ansprüche an ihre Bedürfnisse anzupassen.

Aus diesem Grund müssen Pensionskontomitteilungen den Pensionsversicherten jährlich eine Auskunft darüber geben, wie sich ihre Ansprüche entwickelt haben. Gleichzeitig ist es nötig, dass die Versicherten ein Gefühl dafür bekommen, welche Pensionshöhe sie erwarten können. Aufgrund des bisherigen Versicherungsverlaufes können zukünftige Beiträge, durch eine fiktive Fortführung des Versicherungsverlaufes, hochgerechnet und damit ein zu erwartender Pensionsanspruch berechnet werden.

Hier besteht auch eine Möglichkeit, direkt Anreize und Bewusstsein für die Bedeutung eines späteren Pensionsantrittes zu schaffen. Auch wenn die Zu- und Abschläge bei späterem bzw. früherem Pensionsantritt noch immer nicht versicherungsmathematisch ausreichend Anreize setzen, so muss den Versicherten dennoch deutlich gemacht werden, wie groß die finanziellen Vorteile eines späteren Pensionsantritts sind.

Auf eine vergleichbare Pensionsinformation greift die schwedische Pensionsversicherung bereits seit Jahren zurück. Dort wird eben aufgrund des bisherigen Versicherungsverlaufes und einer fiktiven Fortführung desselben der zukünftige Pensionsanspruch für verschiedene Pensionsantrittsalter berechnet. Auch wenn die Pensionsberechnung in Schweden - nicht wie in Österreich - auch noch wesentlich von der Entwicklung der Lebenserwartung beeinflusst wird, stärkt die Information an die Versicherten die Transparenz und das Bewusstsein.

Zusätzlich bietet diese Information selbstverständlich einen direkten Anreiz, länger im Erwerbsprozess zu bleiben und das Pensionsantrittsalter tatsächlich zu erhöhen. Damit verbunden sind auch individuelle Verhaltensveränderungen, die dazu beitragen können, dieses Ziel zu erreichen. Alle diese wichtigen und erstrebenswerten Ziele können alleine erreicht werden, indem man das Bewusstsein und Transparenz erhöht. Das Verhalten der Versicherten kann damit ohne direkte Verbote, Gebote, Gesetze oder gar ökonomische Anreize verändert werden. Damit wäre diese Maßnahme auch ein Musterbeispiel für das sogenannte "Nudging", eines der wichtigsten Instrumente der Verhaltensökonomie.

Aus diesem Grund stellen die unterfertigten Abgeordneten nachstehende

Anfrage:

 

1.    Wie viele Versicherte erhielten jährlich eine Kontoerstgutschrift?

2.    Wie viele Versicherte erhielten jährlich seit 2015 eine Gesamtgutschrift?

3.    Wie viele Versicherte haben jährlich seit 2015 auf ihr Pensionskonto online zugegriffen?

a.    wie viele davon über Finanzonline?

b.    wie viele davon über Bürgerkarte oder Handy-Signatur?

4.    Wie viele Versicherte haben bisher keine Kontoerstgutschrift erhalten?

5.    Wie viele Versicherte haben bisher noch nie eine Information über ihre Gesamtgutschrift erhalten?

6.    Wie viele Versicherte haben bisher noch nie online auf ihr Pensionskonto zugegriffen?

7.    Wie wird sichergestellt, dass Pensionsversicherte Informationen erhalten, wie ihr zukünftiger Pensionsanspruch aussehen könnte?

8.    Wieso wurde nicht - ähnlich wie in Schweden - eine Informations- und Darstellungsform gewählt die tatsächlich über einen potenziellen zukünftigen Anspruch aufklärt?

9.    Wie kann ein kontinuierlicher Informationsfluss sichergestellt werden, wenn die Informationen nicht periodisch den Versicherten direkt zugesendet werden?

10. Wieso wurde nicht - ähnlich wie in Schweden - eine jährliche postalische Pensionskontomitteilung eingeführt?

11. Welchen tatsächlichen Informationsgehalt und Nutzen hat die gegenwärtige Form des Pensionskonto, wenn kein Eindruck über zukünftige Pensionsansprüche gewonnen werden kann?

12. Welchen Beitrag leistet das Pensionskonto, um Bewusstsein über die Bedeutung eines höheren Pensionsantrittsalter für die individuelle Pensionshöhe, zu schaffen?

13. Wieso werden nicht - ähnlich wie in Schweden - auch die möglichen Pensionshöhen, bei einer Erwerbstätigkeit über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus, dargestellt?

Beantwortung

bis 01.08.2017 erwartet
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