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Aufwertung des Berufsbildes der Lehrerinnen und Lehrer (1472/A(E))

Antrag

1472/A(E) XXV. GP

Eingebracht am 10.12.2015
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

der Abgeordneten Dr. Matthias Strolz, Kollegin und Kollegen

betreffend Aufwertung des Berufsbildes der Lehrerinnen und Lehrer

 

Aktuell legen wir mit einem hohem Detaillierungsgrad an entfernten Orten fest, was gut und richtig für die Schulen, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler ist. Diese Definitionen schicken wir sodann durch eine militärisch inspirierte Weiterleitungsstruktur an die rund 6.000 Schulen im Lande. Die Lehrerinnen und Lehrer werden dabei zu Erfüllungsgehilfen degradiert. Darunter leidet das Professionsverständnis der Betroffenen.

Wir müssen unsere Bemühungen und Kräfte darauf richten, die Profession und das Selbstverständnis der Lehrerinnen und Lehrer zu stärken und zu fördern. Das ist derzeit leider nicht ausreichend erkennbar – auch nicht nach der Präsentation der Bildungsreform: Lehrer_innen sollen offensichtlich auch in Zukunft in der Ausübung ihres Berufes umfassend und detailreich reglementiert, bürokratisiert und mitunter parteipolitisch gegängelt werden.

Dazu kommt, dass das Image des Lehrer_innen-Berufes in der öffentlichen Wahrnehmung sehr durchwachsen ist. Durch immer wiederkehrende und teilweise inszenierte Diskussionen wird das Berufsimage zusätzlich beschädigt. Die Frau Bundesministerin für Bildung und Frauen ist – als höchste Vertreterin der Arbeitgeber-Seite sowie als politische Gesamtverantwortliche für das System Schule – in der Ziehung, sich mit Nachdruck am Ausbau eines positiven Berufsbildes zu beteiligen.

Im Wesentlichen ergeben sich aus dem aktuellen Zustand zwei Handlungsfelder:

·        Wir brauchen ein differenzierteres Berufsbild und mehr Freiheit und Verantwortung im Lehrberuf. Das Ziel ist die Stärkung des Professionsverständnisses, der Gestaltungsmöglichkeiten und des Selbstbewusstseins der Pädagog_innen. Dies sind wichtige Voraussetzungen für mehr persönliche Erfüllung im Lehrer_innen-Beruf.

·        Wir müssen in ein positives Berufsimage investieren, um in der Gesellschaft mehr Wertschätzung für den Pädagog_innen-Beruf zu erreichen. Dazu braucht es einen starken Fokus auf positive Öffentlichkeitsarbeit, um den Lehrer_innen-Beruf als das abzubilden und zu positionieren, was er ist: eine Expert_innen-Profession und einer der verantwortungsvollsten und wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft!

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG



Der Nationalrat wolle beschließen:

"Die Bundesministerin für Bildung und Frauen wird aufgefordert, dafür Sorge zu tragen, dass das Berufsbild der Lehrerinnen und Lehrer umfassend aufgewertet wird. Dazu braucht es ein differenzierteres Berufsbild, mehr Gestaltungsmöglichkeiten und eine Stärkung des Professionsverständnisses der Lehrer_innen. Zudem soll systematisch und nachdrücklich in ein positives Berufsimage investiert werden, um den Lehrer_innen-Beruf positiv zu besetzen und in der gesellschaftlichen Wahrnehmung aufzuwerten."

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Unterrichtsausschuss
vorgeschlagen.

 

 

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