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Bildung für 3-10-Jährige aus einer Hand (1535/A(E))

Antrag

1535/A(E) XXV. GP

Eingebracht am 24.02.2016
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

der Abgeordneten Dr. Matthias Strolz, Kollegin und Kollegen

betreffend Bildung für 3-10-Jährige aus einer Hand

 

In den elementaren Bildungseinrichtungen und der Volksschule entwickeln unsere Kinder starke Wurzeln. Oder sie entwickeln sie eben nicht. Wenn ein Fünftel der 15-Jährigen in Österreich nicht ordentlich sinnerfassend lesen kann, dann ist davon auszugehen, dass diese Kinder es mit zehn Jahren auch nicht konnten. Wir müssen für die Gruppe der  3-10-Jährigen neue Lösungswege andenken. Die Zusammenarbeit zwischen Kindergarten und der Volksschule muss neu gestaltet werden. Es braucht fließende Übergänge. Was wir in der Elementarpädagogik und in der Volksschule nicht schaffen, können wir später nur mehr schwer bzw. mit hohem Aufwand aufholen. Investitionen sind hier also am dringlichsten nötig und entfalten zudem auch die größte Wirkung.

Zusätzlich zur Vorschulphase muss die Volksschule endlich in den Fokus kommen. Es ist höchst an der Zeit, dass wir aus den hunderten Schulversuchen herauskommen und die Notengebung endlich in die Autonomie transferieren. Alternative Feedbacksysteme haben sich hundertfach bewährt. Gleiches gilt aber auch für die Möglichkeit eines jahrgangsübergreifenden Unterrichts – dieser muss endlich vollkommen freigegeben werden. Ebenso die Möglichkeit für Mehrstufenklassen für die ersten vier Schuljahre.

In der Volksschule wurden 2013 rund 7.000 €/pro Schüler_in aufgewendet – das ist die geringste „Pro Kopf“ Aufwendung aller Schultypen. Für Hauptschulen und NMS wurden ca. 10.700 €/ pro Kopf, an der AHS ca. 8.700 €/pro Kopf aufgewendet.[1]

Die Volksschule auch finanziell zu stärken, bedeutet die Kinder zu stärken und ihnen durch positive Schulerfahrungen in den ersten Jahren das Handwerkszeug für lebenslanges Lernen mit auf den Weg zu geben.

In der Vielfalt, die unsere Volksschulkinder aufgrund unterschiedlicher Sprachen, Kulturen, Religionen und Herkunft mitbringen, steckt großes Potenzial. Um dieses besser als bisher in die Entfaltung zu bringen, haben wir dringenden Handlungsbedarf.

[1] Quelle: Bildung in Zahlen 2013/14

 

Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG


Der Nationalrat wolle beschließen:

"Die Bundesministerin für Bildung und Frauen wird aufgefordert, ehest möglich alle notwendigen Schritte einzuleiten, um ein  durchgängiges Bildungssystem  für alle  3-10-jährigen Kinder zu ermöglichen. Dabei haben folgende Punkte jedenfalls Berücksichtigung zu finden:

1.    Gleichwertige Ausbildung und Bezahlung von Elementarpädagog_innen und Schulpädagog_innen.

2.    Elementarpädagogik ist Bildungsmaterie und muss daher auch im Bildungsressort verankert werden – nicht wie bisher im Familienministerium.

3.    Es braucht fließende Übergänge zwischen elementaren Bildungseinrichtungen und der Volkschule.

4.    Mehr finanzielle Ressourcen für eine starke Volksschule.

5.    Schulautonomie auch  in der Volksschule stärken – Notengebung und jahrgangsübergreifender Unterricht soll vollkommen freigegeben werden. Langfristig wird auch für die Volksschule umfassende finanzielle, pädagogische und personelle Autonomie angestrebt."



In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Unterrichtsausschuss
vorgeschlagen.

 

 

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