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Umsetzung „Digitale Bildung“ im Schulsystem (1542/A(E))

Antrag

1542/A(E) XXV. GP

Eingebracht am 24.02.2016
Dieser Text wurde elektronisch übermittelt. Abweichungen vom Original sind möglich.

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG

 

der Abgeordneten Dr. Matthias Strolz, Kollegin und Kollegen

betreffend Umsetzung Digitale Bildung im Schulsystem

 

Die Digitalisierung der Gesellschaft und der Wirtschaft ist einer jener Trends, die die Lebensrealität immer stärker prägen. Die Nachfrage nach Arbeitnehmer_innen mit digitalen Kompetenzen wächst rapide, was zu einem Fachkräftemangel führen dürfte, sodass bis 2020 im IKT Bereich wohl bis zu eine Million Stellen in Europa unbesetzt bleiben werden[1]. Die Europäische Kommission hat IKT als einen von drei Motoren für die Beschäftigung[2] ausgewiesen. Computerkompetenz wurde zudem von der EU als eine von acht Schlüsselqualifikationen für lebenslanges Lernen identifiziert. Die Digitalisierung nimmt in der Gesellschaft und Wirtschaft immer mehr zu. Kaum ein Arbeitsplatz und Lebensbereich bleibt von den technischen Entwicklungen unberührt. Insgesamt ist festzustellen, dass das Bildungssystem nicht Schritt hält mit den rapiden Entwicklungen in diesem Bereich. In Österreich sind wir aktuell dabei, diese Entwicklung zu verschlafen!

Immerhin hat im Rahmen der aktuellen Bildungsreform auch ein „Bildungsinnovationspaket“ Platz gefunden. Die angekündigte Einrichtung einer Bildungsstiftung ist zu begrüßen – alleine woher das Geld kommen wird, bleibt unklar. Der ebenfalls im „Bildungsinnovationspaket“ angekündigte Ausbau des Breitbandinternet sowie WLAN (oder Nachfolgetechnologie) bis 2020 ist aber deutlich zu langsam. Um die Chancen für das Lernen zu nutzen und den Risiken angemessen begegnen zu können, muss der Umgang mit digitalen Medien als gemeinsame, integrale Aufgabe der Unterrichts- und Schulentwicklung adressiert werden.[3] Die Chancen digitaler Medien können aber nicht ausgeschöpft werden, wenn es an der Medien- und Methodenkompetenz scheitert. Zu oft fehlt es noch an dieser; und zwar auf beiden Seiten (Lehrende und Lernende). Der Einsatz digitaler Lehrmittel hängt noch stark von der persönlichen Kompetenz und vom individuellen Engagement der Lehrenden ab. Derzeit müssen sich Lehrende digitales Lehren weitgehend selbst erarbeiten. Daher gilt es, die IKT-Kompetenzen in der Pädagog_innenausbildung umfassend zu berücksichtigen und zu stärken.

 

Dieser Antrag ist im Rahmen des „Barcamp Bildung“ im Parlament am 19.01.2016 in Zusammenarbeit mit direkt betroffen Schüler_innen, Eltern und Lehrer_innen entstanden.

[1] http://europa.eu/rapid/press-release_IP-14-518_de.htm

[2] http://ec.europa.eu/social/main.jsp?catId=1039&langId=en

[3] http://www.bertelsmann-stiftung.de/de/publikationen/publikation/did/chancen-und-risiken-digitaler-medien-in-der-schule/


Die unterfertigten Abgeordneten stellen daher folgenden

ENTSCHLIESSUNGSANTRAG


Der Nationalrat wolle beschließen:

 

"Die Bundesregierung wird aufgefordert, ehest möglich alle notwendigen Schritte einzuleiten, um Digitale Medien und damit einhergehende, notwendige Kompetenzen und Infrastrukturen umfassend im Bildungssystem zu verankern. Besondere Berücksichtigung gilt dabei der

 

·        Medienkompetenz: Es braucht umfassende Medienkompetenz unter Lehrer_innen, Eltern und Schüler_innen. Dieser Umstand muss auch maßgeblich in der „Lehrer_innenbildung Neu“ berücksichtigt werden. Zudem braucht es ausreichende, dahingehende Fortbildungsangebote.

·        Infrastruktur: Bandbreite, entsprechende Hardware und WLAN sind Voraussetzungen und Rahmenbedingungen für die gelingende Implementierung Digitaler Bildung. Es sollen daher bereits bis 2017 erste Breitband-Modellregionen als „best practice“ im Schulsystem etabliert werden. Insgesamt gilt es, die Implementierung des Bildungsinnovationspakets zu beschleunigen und den Ausbau von Breitband und WLAN bereits 2018 fertig zu stellen."

 

In formeller Hinsicht wird die Zuweisung an den Unterrichtsausschuss
vorgeschlagen.

 

 

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