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Was bringt die Lohnnebenkostensenkung? Fast 30 Euro! (Hui.)

27.03.2014 Niko Alm

Im Abgabenänderungsgesetz wurden von den Regierungsparteien für kleine Unternehmen v. a. Verschlechterungen der Rahmenbedingungen beschlossen und nicht die angekündigte Entfesselung.

Wir erinnern uns:

– Rechtsunsicherheit und Komplikationen bei der GmbH light
– Erschwernisse beim Gewinnfreibetrag
– Absetzungsverbot für Gehälter
usw. usf.

Die lange und aus guten Gründen noch immer heftig geforderte Lohnnebenkostensenkung wurde von der Regierung auch in Angriff genommen. Beschlossen wurde einen Senkung von 0,1% (genaugenommen 0,1 Prozentpunkte von den ca. 32%).
Das klingt wenig. Doch wie wenig ist es wirklich pro Mitarbeiter pro Jahr?

Ich habe dazu zwei mögliche Berechnungen angestellt:

1) Die Regierung beziffert die Kosten mit 100 Millionen Euro. Wenn wir diesen Betrag einfach durch die Zahl der unselbständig Erwerbstätigen (ohne Lehrlinge) dividieren, dann landen wir bei:

1,070 Mio. Arbeiter
2,421 Mio. Angestellte
——–
3,491 Mio. unselbständig Erwerbstätige (ohne Lehrlinge) im Jahr 2013 (Statistik Austria)

28,6 Euro

2) Wenn wir uns am Durchschnittseinkommen orientieren und daraus die durchschnittlichen Lohnnebenkosten ableiten, können wir direkt die Ersparnis (0,1 Prozentpunkte) ausrechnen.

25.373 Euro Durchschnittseinkommen (2012, Statistik Austria)
7.391 Euro Lohnnebenkosten (laut Brutto-Netto-Rechner des BMF)
——–
= 31,19% (Senkung um 0,1 Prozentpunkt, d. h. auf 31,09%)

25,4 Euro

Wie auch immer wir rechnen, wir landen bei einem Betrag, den wir getrost als lachhaft bezeichnen dürfen.
Das ist keine Lohnnebenkostensenkung, das ist wirtschaftspolitische Homöopathie. Substanzlos und wirkungslos.

Dieser Unsinn kostet in zwei Jahren 200 Millionen Euro und bringt den Unternehmen de facto nichts. So sehr wir Unternehmer eine Senkung der Lohnnebenkosten begrüßen, so wenig brauchen wir diese Almosen. Da gäbe es eine Reihe von Maßnahmen, die die Wirtschaft in dieser Größenordnung wesentlich treffsicherer unterstützen würden: Streichung der Mindestkörperschaftsteuer (eigentlich aufkommensneutral), Abschaffung der Investitionspflicht beim Gewinnfreibetrag, Streichung der Werbeabgabe, etc.