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Was uns das „alles beim Alten“ der Regierungsparteien medienpolitisch kostet

03.05.2016 Niko Alm

Der erste Durchgang der Bundespräsidentenwahl ist eine Woche her. Eine Woche, in der ÖVP und SPÖ nach dem schlechten Abschneiden ihrer Kandidaten beteuert haben „jetzt sicher nicht zur Tagesordnung überzugehen“. Diese eine Woche lang, haben wir uns die Inserate in den Tageszeitungen angesehen. Fazit: Man ist ansatzlos zur Tagesordnung übergegangen. In dieser einen Woche wurden Hunderttausende Euro an Steuergeld für Werbeschaltungen ausgeben.

Da wird informiert, dass die Polizei für Sicherheit sorgt oder dass das BMVIT rät „seinem Herzen zu folgen“ oder man sich per wien.at „mit seiner Stadt verbinden kann“.

(Nur zur Orientierung: Eine Seite Inserat kostet je nach Wochentag zwischen 20.000 und 50.000 Euro.)

Eine Woche nach einem verheerenden Ergebnis für die Regierungsparteien schalten diese wie eh und je. Steuergeld wird für inhaltsleere Inserate ausgegeben um Tun und Inhalt vorzutäuschen, wo längst nur mehr Ratlosigkeit herrscht.

Das hat System: Die öffentliche Hand wirbt jedes Jahr um 200 Millionen Euro. Am internationalen Tag der Pressefreiheit wünschen wir uns, dass in Österreich Presseförderung endlich nicht mehr per Inseratenschaltung nach Partei-Gutdünken verteilt wird, sondern dass eine Medienförderung mit Zielrichtung einer Public Value Inhalteproduktion etabliert wird und die österreichischen Medien so aus dem direkten Geld- und Einfluss der Politik entlassen werden.

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