« Zurück zur Übersicht

Wir haben’s getan!

Nun also frisch getraut. Unser Fusionskonvent NEOS – LIF hier in Brunn am Gebirge in Niederösterreich mit fast 400 Leuten aus ganz Österreich geht gerade in seinen Abschluss. Bald wird die Hochzeitstorte angeschnitten.

Fusionskonvent – das kommt auf den ersten Blick recht leichtfüßig daher. Die Übersetzung ins Deutsche bringt ein bisschen mehr Dramaturgie: Vereinigungsparteitag, Verschmelzungszusammenkunft. Das klingt heftig. Ist es auch.

„Mama und Papa heiraten!“ hab ich mit einem Augenzwinkern den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Parlamentsklub geschrieben. Das Augenzwinkern war eher als Verdauungshilfe gedacht, weil in der Essenz ich es tatsächlich so empfinde. Und zwar dann, wenn ich als Klubobmann der Wahlplattform NEOS-LIF dem Geschehen nachspüre. Wir waren zwei eigenständige Parteien, bis zum heutigen Tag. Und wir haben gemeinsam angepackt. Es gäbe uns nicht im Parlament, hätte es nicht diese Partnerschaft von NEOS und LIF gegeben.

Wenn ich nicht als Klubobmann sondern als NEOS-Vorsitzender auf das Geschehen schaue, dann wandelt sich „Mama und Papa heiraten“ in ein „Wir heiraten heute“. Dann bin ich plötzlich Braut oder Bräutigam. Noch heftiger. Unser Fusionskonvent ist ein Meilenstein, ein Schicksalstag für unsere Bewegung. Auch ein Glück, das bisher fast keiner der über 900 in Österreich registrierten Parteien zuteilwurde. Das Heiraten liegt den Parteien nicht. Ganz im Gegenteil. Gemacht haben das in den letzten zwei Generationen nur die Grünen. Und die brauchten dazu 1983 eine Wahlniederlage. Wir heiraten ohne sanften Druck der Wähler_innen, sondern aus freien Stücken. Weil hier zusammenwächst, was zusammengehört.

Ich bin von meiner Profession her ein systemischer Organisationsentwickler. Interdisziplinäre, sozialwissenschaftliche Brille. Einer konstruktivistischen Weltsicht verbunden. Wir Systemiker halten Organisationen für Lebewesen. Soziale Lebewesen, mit ihrem jeweils ganz eigentümlichen Wesen und ihrer jeweiligen Eigenlogik. Wo ist jetzt der Unterschied zwischen einer Partnerschaft von Organisationen und einer Verschmelzung ebendieser? Schon bisher, wenn wir in unsere Wahlplattform hineingehört haben, dann hörten wir verschiedene Stimmen: Da waren die Gründer-NEOS, da sind die JuLis – unser Jungbrunnen –, die LIFler, die grün-pink schimmernden, die unterwegs Dazugekommenen, die Etiketten-freien … und ja, „Liberale“ sind wir alle. Es wird also zunehmend unübersichtlich. Daher ist es umso wichtiger, das Gemeinschaftliche zu stärken. Das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen ist von Beginn an eines unserer Wesensmerkmale. Und auch heute folgen wir diesem Credo.

Nun wird aus zwei Organisationen eine. Zwei Lebewesen verschmelzen zu einem. Das ist ein programmatisches Zusammenwachsen, das ist eine statutarische Verschmelzung, es ist eine organisationskulturelle Metamorphose … und es bleibt ein Stück weit ein wundersames Geschehen.
Sicher ist, wir werden auch nach dem Fusionskonvent mehrere Stimmen hören. Das innere Team der vereinten Partei „NEOS – Das neue Österreich und Liberales Forum“ wird vielfältig sein. Wir sind ein Orchester. Vereint im Selbstverständnis einer liberalen Bürger_innenbewegung. Verpflichtet unseren gemeinsamen Werten Eigenverantwortung, Freiheit, Nachhaltigkeit, Authentizität und Wertschätzung. Wir sind eine Gesinnungsgemeinschaft, unerschütterlich in unsere Werte gebeetet. Wir machen heute einen großen Schritt. Wir passieren einen Meilenstein der österreichischen Parteiengeschichte. Und wir tun das, weil wir es für richtig und wichtig erachten. Nur wer sein eigenes Haus gut bestellt, der ist gerüstet, Verantwortung für das Land zu übernehmen.

Und so gehen wir aus unserem heutigen Hochzeitstag gestärkt hervor. Und diese Stärke werden wir dafür einsetzen, in Österreich einen Unterschied zu machen. Unsere Vision: Ein Land in dem die Eigeninitiative und die Zivilcourage blühen, der Mut und das Engagement wuchern, das Wohlbefinden und die Solidarität wachsen, der aufrechte Gang regiert. Wir werden unablässig dafür kämpfen, das Bildungssystem ins 21. Jahrhundert zu holen, unsere Sozialsysteme enkelfit zu machen, unser europäisches und österreichisches Lebensmodell mit dem Instrument der sozialen Marktwirtschaft generationengerecht zu gestalten … 

Unsere Kraft im Dienste des Landes. So lautet unserer Losung und dafür haben wir heute geheiratet.